Einhandsegeln

Warum ich Einhandsegeln im Gegensatz zum Segeln mit Crew bevorzuge ? Diese Frage wird mir im Bekanntenkreis oft gestellt. Nun. Dann will ich meine Leidenschaft ein Wenig in Worte fassen.

Die Anfänge

Vor ein paar Jahren, noch bevor ich mein erstes Segelboot kaufte, begann ich, diverse Bücher über das Segeln in mich hinein zu saugen. Nicht nur Bücher über Einhandsegler. Auch Reiseberichte von Aussteigern, mit Familie oder als Paar, haben mich beeindruckt.

Fasziniert hatte mich damals aber am Meisten die Möglichkeit, auch alleine mit dem Boot unterwegs sein zu können. Bücher, wie die von Wildfried Erdmann, Rollo Gebhard und Burkhard Pieske, um nur einige der berühmteren Einhandsegler zu nennen, hatten es mir besonders angetan. Das war es, was ich mir auch für mich vorstellen konnte.

Das erste Boot

Als ich mein erstes Boot kaufte, war eigentlich geplant, dieses Hobby zusammen mit meiner damaligen Partnerin zu erleben, doch nach und nach kristallisierte sich heraus, dass ich am Besten auf dem Boot abschalten konnte und sie im heimischen Garten oder auf der Couch. Noch dazu kam, dass sie mit der Seekrankheit zu kämpfen hatte und somit nicht all zu gern mit auf’s Boot kam. So kam es, dass ich 95% der letzten Saison einhand unterwegs war.

Einhandsegeln nach Wolin

Einhand nach Wolin

Einhandsegeln versus Segeln mit Crew

Ich bin gerne alleine an Bord. Niemand an meiner Seite, auf den ich acht geben muss, oder den ich mit in meine Planungen für die nächste Etappe einbeziehen sollte. Bei den letzten „Mehrpersonen-Törns“ mit mehr als 2 Personen konnte ich feststellen, dass ich die Ruhe an Bord von Zeit zu Zeit vermisse. In Ruhe die Gedanken schweifen zu lassen und sich nicht unterhalten zu müssen oder auf Fragen zu reagieren, ist ein Bonus, den ich nur habe, wenn ich einhand unterwegs bin oder mit meinem Vater. Denn auch er genießt eher die stillen Momente auf See und ist im Sommer häufiger mit seinem Boot, als Einhandsegler, in Richtung Dänemark unterwegs. Das gemeinsame Segeln, mit dem richtigen Partner an meiner Seite, ist also für die Zukunft nicht auszuschließen.

Handling an Bord

Ich habe in der letzten Saison mein Boot auf meine Bedürfnisse beim Einhandsegeln ausgerichtet. Am Ende war das Setzen der Segel von der Plicht aus kein Problem mehr. Mit Hilfe des Pinnenpiloten ließen sich Probleme auf dem Vorschiff sehr gut alleine regeln. Selbst das Reffen des Vorsegels konnte bequem von Achtern stattfinden. Einzig, um ein Reff ins Groß einzubinden musste ich aufs Oberdeck. Was ich vermisst habe? Das ein oder andere Mal hätte ich mir eine Windfahnensteuerung wie die Pacific gewünscht, denn gerade bei stärkeren Winden schaffte es der Pinnenpilot nicht, das Boot auf Kurs zu halten. Da musste ich dann ran. Deshalb waren Langstrecken auch nicht sonderlich gut zu bewältigen, weswegen ich von Zeit zu Zeit ruhige Ankerbuchten aufgesucht habe. Was aber kein größeres Problem darstellte.

Im Hafen

Am Anfang war es für mich schon sehr ungewohnt, bei Anlegemanövern auf mich alleine gestellt zu sein.

Wie mache ich das am Besten mit den Leinen? Wann ist der Richtige Zeitpunkt zum Aufstoppen ? Wie langsam sollte ich in die Box fahren? Wie verhalte ich mich bei auf – oder ablandigem Wind beim Anlegen an einer Pier? Wie steuert man das Boot, wenn es mal besonders eng ist im Hafen ?

Auf all diese Fragen und auf viele Andere, sollte man beim Einhandsegeln im richtigen Moment die passende Lösung parat haben. Größtenteils ist mir dies auch gelungen, bis auf ein paar wenige Ausnahmen wie diese zum Beispiel, die ich in diesem Bericht geschildert habe, als ich bei starkem Wind in Wolgast anlegen wollte.

Essen an Bord

Da ich sowohl zu Hause, als auch auf dem Boot sehr unregelmäßige Essenszeiten habe, ist dieses Thema für mich relativ einfach. Ich esse wenn ich Hunger habe und esse das, was mir schmeckt. Vor längeren Etappen werden Brote geschmiert und Kaffee in einer Thermoskanne vorbereitet. Warm gekocht wird dann meistens vor Anker oder im Hafen.

Wir Ihr hier bereits lesen konntet oder noch lesen könnt, habe ich mir ein größeres Boot zugelegt. Die Gründe hierfür liegen in der Planung meiner Segelzukunft, in der ich eine größere Tour in die höheren Breiten unternehmen möchte. Da dieses Boot 2,50 Meter länger und 1 Meter breiter ist als mein vorheriges, muss ich mich natürlich erst einmal daran gewöhnen. Hierzu werde ich gerade die Zeit nutzen, in der mein Heimathafen Altwarp noch nicht allzu voll ist. Vorteil ist, die meisten Boote kommen hier erst Anfang Mai ins Wasser. So habe ich genug Zeit und Platz, Hafenmanöver zu üben.

Das Boot wird nun nach und nach nach meinen Vorstellungen ausgebaut und für das Einhandsegeln ausgerüstet. Die nächste Zeit wird mich Sicherheit sehr sehr spannend werden.